Dispozinsen berechnen: Was kostet Ihr Dispo?
Wer 90 Tage mit 2.000 € im Minus ist, zahlt bei 11,5 % Dispozins 56,71 € Zinsen; ein ganzes Jahr kostet 230,00 €. Geben Sie Ihren Betrag, Ihren Dispozins und die Tage im Minus ein und vergleichen Sie direkt mit einem günstigeren Ratenkredit.
Dispokosten nach Betrag
| Betrag im Minus | Pro Monat (30 Tage) | Pro Jahr |
|---|
Wissenswertes: Dispozinsen-Rechner
So funktioniert der Dispozinsen-Rechner
Der Dispositionskredit (kurz Dispo) erlaubt Ihnen, Ihr Girokonto bis zu einem vereinbarten Rahmen zu überziehen. Bequem ist er, weil Sie nichts beantragen müssen; teuer ist er, weil der Dispozins meist deutlich über dem Zins eines Ratenkredits liegt. Zinsen zahlen Sie nur für die Tage, an denen das Konto tatsächlich im Minus ist, und nur auf den jeweils offenen Betrag.
Der Rechner multipliziert den Betrag im Minus mit dem Dispozins und dem Anteil der Tage am Zinsjahr. Er zeigt die Zinsen für Ihren Zeitraum, die Kosten für einen Monat und für ein ganzes Jahr bei gleichem Minus und, als Vergleich, was dieselbe Summe als Ratenkredit kosten würde. Schwankt Ihr Kontostand, rechnen Sie am besten mit dem durchschnittlichen Minus.
Die Formel für Dispozinsen
Z = K × p × t ÷ B
- Z: Dispozinsen in Euro
- K: Betrag im Minus
- p: Dispozins pro Jahr (11,5 % = 0,115)
- t: Tage im Minus
- B: Tage des Zinsjahres, je nach Bank 365 oder 360
Beispiel: 2.000 € im Minus zu 11,5 %
Ihr Konto steht 90 Tage lang mit 2.000 € im Minus, der Dispozins beträgt 11,5 %. Bei der Zinsmethode mit 365 Tagen kostet das 56,71 €, also 0,63 € pro Tag. Ein Monat mit 30 Tagen schlägt mit 18,90 € zu Buche, ein ganzes Jahr mit 230,00 €. Mit 1.000 € im Minus halbieren sich die Beträge: 9,45 € im Monat, 115,00 € im Jahr.
365 oder 360 Tage: die Zinsmethoden der Banken
Banken zählen die Tage nicht alle gleich. Bei der Methode act/365 werden die tatsächlichen Tage durch 365 geteilt. Bei der Eurozinsmethode (act/360) werden die tatsächlichen Tage durch 360 geteilt, dadurch wird es etwas teurer: Ein Jahr mit 2.000 € im Minus kostet 233,19 € statt 230,00 €, aus 11,5 % werden faktisch rund 11,66 %. Bei der deutschen Zinsmethode (30/360) zählt jeder Monat 30 Tage und das Jahr 360 Tage; tragen Sie in diesem Fall die so gezählten Tage ein und wählen Sie 360. Welche Methode Ihre Bank verwendet, steht in den Kontobedingungen oder im Preis- und Leistungsverzeichnis.
Dispo oder Ratenkredit?
Der Dispo ist für kurze Engpässe gedacht, etwa bis zum nächsten Gehaltseingang. Wer mehrere Monate im Minus bleibt, fährt mit einem Ratenkredit meist deutlich günstiger. Im Beispiel: Zahlen Sie die 2.000 € in 12 gleichen Monatsraten zurück, kostet das im Dispo zu 11,5 % rund 126,76 € Zinsen (Rate 177,23 €), mit einem Ratenkredit zu 6 % nur 65,59 € (Rate 172,13 €). Sie sparen 61,17 €, bei größeren Beträgen entsprechend mehr. Mit dem Kreditrechner sehen Sie den vollständigen Tilgungsplan.
In Deutschland muss Ihnen die Bank eine Beratung zu günstigeren Alternativen anbieten, wenn Sie den Dispo sechs Monate ununterbrochen und im Durchschnitt zu mehr als 75 % des Rahmens nutzen (§ 504a BGB). Nutzen Sie das Gespräch, um über eine Umschuldung zu verhandeln.
Geduldete Überziehung und Kreditkarte
Überschreiten Sie den eingeräumten Dispo-Rahmen, wird es oft noch teurer: Für die geduldete Überziehung verlangen viele Banken einen höheren Zinssatz als für den Dispo. Auch die Teilzahlungsfunktion einer Kreditkarte ist kein günstiger Ersatz, weil auf den offenen Saldo ebenfalls hohe Zinsen anfallen. Wie Abrechnung und Rückzahlung genau funktionieren, erklärt unser Ratgeber Wie eine Kreditkarte funktioniert.
So senken Sie Ihre Dispozinsen
- Zinssatz prüfen: Die Unterschiede zwischen Banken sind groß; ein Kontowechsel kann sich lohnen, wenn Sie den Dispo regelmäßig nutzen.
- Dauerhaftes Minus umschulden: Ab einigen Monaten im Minus ist ein Ratenkredit fast immer günstiger.
- Rahmen begrenzen: Ein niedrigerer Dispo-Rahmen schützt davor, sich unbemerkt immer tiefer zu verschulden.
- Puffer aufbauen: Schon ein kleines Polster auf dem Tagesgeldkonto vermeidet teure Tage im Minus.
In Österreich spricht man meist vom Überziehungsrahmen oder von der Kontoüberziehung, in der Schweiz vom Kontoüberzug. Die Rechnung ist überall dieselbe: Betrag × Zinssatz × Tage ÷ Tage des Zinsjahres.
Häufige Fragen
Wie berechnet man Dispozinsen?
Dispozinsen = Betrag im Minus × Dispozins × Tage im Minus ÷ 365 (oder ÷ 360, je nach Zinsmethode der Bank). 2.000 € zu 11,5 % für 30 Tage kosten bei 365 Tagen 18,90 €, bei 360 Tagen 19,17 €.
Was kosten 1.000 € Dispo im Monat?
Bei 11,5 % Dispozins und 30 Tagen im Minus zahlen Sie 9,45 € Zinsen (Zinsmethode 365 Tage). Bleiben Sie ein ganzes Jahr mit 1.000 € im Minus, sind es 115,00 €.
Lohnt es sich, den Dispo mit einem Ratenkredit abzulösen?
Wenn Sie länger im Minus sind, meist ja. Zahlen Sie 2.000 € in 12 Monatsraten zurück, kostet das bei 11,5 % Dispozins rund 126,76 € Zinsen, mit einem Ratenkredit zu 6 % nur 65,59 €. Vergleichen Sie aber den effektiven Jahreszins des Kredits und prüfen Sie, ob es einen Mindestbetrag gibt.
Was ist der Unterschied zwischen Dispozins und Überziehungszins?
Der Dispozins gilt bis zum Rahmen, den Ihnen die Bank eingeräumt hat. Gehen Sie darüber hinaus ins Minus oder haben Sie gar keinen Dispo, spricht man von geduldeter Überziehung; dafür verlangen Banken häufig einen noch höheren Zinssatz.
Wann werden Dispozinsen abgebucht?
Die Bank berechnet die Zinsen für jeden Tag im Minus und belastet sie in der Regel mit dem Rechnungsabschluss des Kontos, meist vierteljährlich. Sie finden die Buchung auf dem Kontoauszug, den Zinssatz im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank.
